Veröffentlicht am 13. Juni 2021
Kategorien: Allgemein

Liebe Theaterfreaks und Gartenfreunde,

nach dem  Start unseres Gartentheaters im letzten Jahr wollen wir auch im Sommer 2021 mit euch und für Sie Theater spielen!  Unsere erste Devise heißt weiterhin: Theater macht glücklich!

Hier das komplette Programm: www.gartentheater-abtnaundorf.de

Veröffentlicht am 23. April 2021
Kategorien: Allgemein

Es steht fest. Alle kulturellen Veranstaltungen werden mit dem neuen Infektionsschutzgesetz, mit der Bundesnotbremse verboten, wenn die Inzidenz drei Tage hintereinander 100 überschritten hat. Fünf Werktage muss sie unter 100 liegen, faktisch eine Woche, wenn Kinos, Konzerthäuser oder Theater danach wieder öffnen wollen.

Alle hervorragenden Hygienekonzepte, oft mit hohen Investitionen umgesetzt, sind nicht berücksichtigt worden. Die Pilotprojekte, die zeigten: Niemand steckt sich in der Philharmonie oder im Berliner Ensemble an, wenn alle sich an die Regeln halten – sie werden ignoriert. Die dringenden Appelle der Berliner und Hamburger Kultursenatoren, Klaus Lederer und Carsten Brosda, wenigstens Open Air zu erlauben, haben nicht gefruchtet.(…)

Hamlets Monolog mit Maske im Supermarkt vor dem Regal mit den Prinzenrollen? Sein oder Nichtsein, es wäre skurillerweise erlaubt im korrekten Abstand der Einkaufswagen. Möglich wäre auch eine Premiere um Hamlet, den Prinzen vom Dänemark, im Dänischen Bettenlager, aber natürlich nur mit vorheriger Anmeldung und negativem Test.

Ganz im Ernst: In diesem Gesetz ist leider nirgendwo zu spüren, dass sich unsere Volksvertreter besondere Mühe gegeben hätten, die gesamtgesellschaftliche Bedeutung der Kultur angemessen zu würdigen, etwa durch ein wenig Verständnis für aufführungspraktische Probleme. Verbote sind allerdings leichter zu ertragen, wenn sie weniger pauschal, sondern differenzierter daherkommen.

Kulturmacher und Kulturgenießer waren und sind zu allem bereit, Nibelungenring mit FFP2-Maske, Figaro-Chor ebenfalls maskiert, Massentests vor dem Konzerthaus. Wir achten die Sorge um die Gesundheit aller, wir sind das Gegenteil von Corona-Leugnern, aber wir sind ob dieses Rasenmäherprinzips in einem Gesetzestext nur noch erschüttert.

Sendung: RBB, Inforadio, 21.04.2021, 12:55 Uhr

Text: Maria Ossowski

Veröffentlicht am 29. März 2021
Kategorien: Allgemein

„Ein solcher Stillstand der ganzen Menschenwelt sucht in der Geschichte seinesgleichen. Mit dem Verbot, sich zu versammeln, wurde dem Theater sein Lebensraum genommen und das müde Flackern der Bildschirme macht uns nur umso schmerzhafter klar, dass Theater eine Hervorbringung von Gemeinschaft ist. Doch die Zeitläufte haben für die corona-geplagten Menschen auch eine hoffnungsvolle Nachricht: eines Tages geht es wieder weiter. Und mit dieser Botschaft aus der Vergangenheit lernen wir auch, dass das Puppentheater stets zu den ersten Hervorbringungen der menschlichen Spiel- und Schaulust gehört, die wieder aus den Ruinen emporstreben. Und das hat den selben Grund, aus dem man annehmen darf, dass das Puppentheater das erste Theater der Menschen war: es ist so einfach. Es ist so nahe-liegend im wörtlichen Sinn, denn er reicht ein einfacher Gegenstand, der vielleicht zwei Punkte als Augen oder eine erkennbare Nase hat. Nehmen wir dieses Fundstück und bewegen es mit Hingabe, so treten uns plötzlich – welch ein Wunder! – wir selbst entgegen. Im spielerisch bewegten Ding sehen wir uns in all unserer Hinfälligkeit und Beständigkeit. Unsere Sorge um uns selbst wird zu einer Figur. Dann aber bemerken wir, dass wir mit dieser Figur soviel anstellen können, so unendlich viel anstellen und erforschen können. Und während wir uns selbst in dem Ding betrachten, realisieren wir die vielen Möglichkeiten, die wir als Menschen haben. Wir können mehr als beschaffen, essen und schlafen. Wir können spielen und uns so die Welt zueigen machen, sei diese Welt häuslich-klein oder himmel-weit.
Das ist auch der Grund, warum in der Geschichte nach allen Katastrophen die Menschen wieder zusammen kamen und Puppentheater schauten. Weil sie sich selbst in dem Gegenstand wiedererkannten, und weil dieses bewegt-bewegende Ding-Wunder ihnen zeigte, was für Möglichkeiten sie hatten: im Spiel!“
Autor: Christian Fuchs, Regisseur und Puppenspieler